64000 kubik fünf performative Arbeiten für Audio und Video, DV-Video, Internationaler Workshop, Dortmund, Juli 2004
fahrrad [1:39] video
raumdreck [2:33] audio
hallenturnier [1:35] video
left/right [2:04] audio
hallo [1:52] video
Gesamtlänge [9:44]
64000 kubik setzt sich performativ mit den spezifischen, visuellen und akustischen Eigenschaften einer leerstehenden Industriehalle auseinander.
Alle Beiträge bewirken durch ein einheitliches Anordnungsprinzip eine sinnliche Erweiterung der räumlichen Wahrnehmung: im Verhältnis zur feststehenden Aufnahmedisposition von Kamera und Mikrofon bewegen sich Personen und Objekte innerhalb der Raumdimensionen und verursachen auditive und sprachliche Klangräume.
Konzeption
64000 kubik erforscht in experimenteller Weise und in Relation zu akustischen und visuellen Möglichkeiten der Ton- und Bildaufnahme, den signifikanten Charakter eines leeren Raumes, ohne inhaltlich auf seine Geschichte einzugehen.
Zum Inhalt werden vielmehr der Einsatz von sprachlichen Elementen sowie verschiedene Gegenstände, welche sich mit ihrer Symbolhaftigkeit in Abhängigkeit zur vorgefundenen Raumstruktur bewegen.
Die sich innerhalb und außerhalb des zweidimensional projizierten Bildes bewegenden Objekte erzeugen durch ihre hervorgebrachten Geräusche ein dreidimensionales Raumgefühl. Der Rezipient wird innerhalb der Installation, indem er die Position der Kamera einnimmt, zum Mittelpunkt des erzeugten Raumes.
Die Industriehalle wird zum Schauplatz von Inszenierungen, die sich spielerisch mit der vorgefundenen räumlichen Situation beschäftigen, und dabei die Konnotation des Raumes brechen. Besonders bei fahrrad und hallenturnier werden durch die verwendeten Gegenstände zum einen kollektive Kindheitserinnerungen angesprochen, welche mit dem Erforschen neuer unbekannter Räume in Verbindung gebracht werden können, und zum anderen die akustische Dimension des Raumes ausgelotet.
Die bei raumdreck verwendeten Worte, ausschließlich Substantive, sind das Ergebnis eines „Ich-sehe-was-was-du-nicht-siehst“-Spiels, bei dem beide Akteure alle seinem Gegenüber abgewandten Gegenstände aufzählen. Diese implizieren Bilder im Kopf des Zuhörers, die dem Wesen des vorgefundenen Raumes nahekommen.
left/right geht nicht nur durch die Wortwahl auf die technische Situation einer Stereoaufnahme ein, sondern verknüpft diese mit der auditiven Veränderung durch Positionswechsel, Nähe und Distanz. Durch beständige Distanzveränderung und der ungeordneten Bewegung der agierenden Personen entsteht mit hallo, in Verbindung mit den Eigengeräuschen der Industriehalle, ein ihr spezifisches Raumklangvolumen. Überdies läßt das verwendete Grußwort eine kommunikative Ebene, einen Kommunikationsraum, zwischen Performern und Rezipienten entstehen.