Ansichten
Illusionistische Stereoskopie für fünf Standorte, Stereoviewer mit je fünf Bildern
Edelstahl, Acrylglas, 1,6x 0,2x 0,1 Meter
Gemeinschaftprojekt mit Tanja Mosblech/ Belgien und Anne-Mareike Hess/ Luxemburg,
Realisierung im Rahmen von Kunstsymposium Westwall

In dem Gemeinschaftsprojekt Ansichten wählen die drei Künstler fünf Orte, die sich entlang des ehemaligen Westwalls befinden. Sie möchten diese Orte be-leben und neu erfahrbar machen. Zu diesem Zweck soll ein für das Projekt entwickelter Nachbau eines Stereoskops an diesen Orten aufgestellt werden.
Ein Stereoskop ist ein Apparat der die Betrachtung eines Bildpaares ermöglicht, welches bei seiner Überlagerung den Eindruck von räumlicher Tiefe vermittelt, was heute oft als „3D“ bezeichnet wird. Es handelt sich dabei um einen witterungsbeständigen Nach- und Umbau des in den 1950er Jahren populärsten Vertreter, dem „View-Master“, bei dem die Bildpaare auf einer Scheibe angeordnet sind und durch Knopfdruck „weitergeklickt“ werden können.
Die Form des „Stereo-Viewers“ vermittelt einen offiziellen Eindruck und erinnert ein wenig an jene Fernrohre, die an Aussichtspunkten den Blick auf touristische Highlights freigeben. In seiner Umgebung gibt der Viewer ein markantes Statement ab, ohne in die Ökologie oder den Bestand des Standortes unverhältnismäßig einzugreifen,
welcher als erklärtes historisches Denkmal einem besonderen Schutz unterliegt. Mit der festgelegten Blickrichtung auf die verschiedenen Orte des „Westwalls“ wird eine unbestimmte Erwartung geweckt. Wenn der Neugierige nun in die Sehmaschine schaut, sieht er auf illusionistische Art und Weise verwandelte Bilder des vor ihm liegenden Ortes, die vorgeben real zu sein.

Beim "Weiterdrehen" des Viewer ist eine Serie von fünf aufeinander folgenden Szenen zu sehen, welche dem Betrachter einen anderen Blick auf den vorliegenden Ort eröffnen werden. Diese Szenen sind z.B. skurriler, absurder, größenwahnsinniger, historischer oder zukunftsweisender… Natur sein.

Stereoskop 01, Bunkerweg am Schwarzen Mann, Bunker S8, Gondenbrett
Vor der Betonkulisse einer Bunkeranlage bauen sich mit jedem Bild immer mehr "Pflänzchen" auf, bis sie die Anlage gänzlich "überwuchert" haben.

Stereoskop 02, Bunkerweg am Schwarzen Mann, Bunker S8, Gondenbrett
Der Betrachter wird Teil einer wilden Schießerei und bekommt am Ende ein Fadenkreuz vor die Augen und selbst eine "Knarre" in die Hand gedrückt. Mit jedem Bild verwandelt sich der Wald in eine Umgebung, die an Computer-Baller-Spiele wie "Cuonter Strike" erinnert.

Stereoskop 03, Bunkerweg am Schwarzen Mann, Bunker S8, Gondenbrett
Performance für Stereoskopie. Die Tänzerin und Choreografin Anne-Mareike Hess macht die Räumlichkeit eines imaginären Körpers erfahrbar. Ein rätselhafte viereckige Vertiefung im Waldboden diente als Begrenzung für Ihre Arbeit.

Stereoskop 04, Bunkerweg am Schwarzen Mann, Bunker S8, Gondenbrett
Malerei für Stereoskopie. Tanja Mosblech nutzt zeichnerische und malreiche Mittel um die Strukturen und Räumlichkeit des Ortes Bild für Bild auf Linien und schließlich Flächen zu reduzieren. Im Stereobetrachter wirkt das an sich zweidimensionale Medium trotzdem räumlich.

Stereoskop 05, Westwallgedenkstätte, Großkampenberg
Eine "Höckerlinie", dass bekanteste Bauwerk des "Westwalls", wird Bild für Bild mit alten Vornahmen unserer Großeltern bestückt.