Horizontale
Installation, weiße Farbe, Betonplatte, Landschaftsprojekt 7x100 Meter, Kulturgut Poeggenhagen, Hannover, 2007

7 Künstler arbeiten eine Woche an/in/mit der Landschaft auf dem Gut Poggenhagen und schaffen 7 Land Art
Installationen.
Schauplatz des Projektes ist eine alte Eichenallee, die durch ein Waldstück auf das Gutsgebäude zuläuft. Jeder Künstler bearbeitet 100m dieser Allee und gibt dabei seine persönliche Antwort auf die vorhandene Landschaft und Umgebung. Die Unterteilung der Allee in sieben Abschnitte erfolgt durch 7 hohe Holztore. In jedem der 7 Abschnitte wird in einem Zeitraum von einer Woche ein Künstler eine Land Art Installation schaffen. Das Publikum kann am Entstehungsprozeß und an den Ergebnissen teilhaben.
Das Projekt findet im Rahmen der 4jährigen Ausstellungsreihe „7 Tore“ auf dem KulturGut Poggenhagen statt und wird von dem Projektbüro Gartenregion Hannover 2009 unterstützt und gefördert.
Matthias Lehmann wählt sich den Mittelpunkt seines Wegabschnittes und markiert diesen mit einer Betonplatte, auf der die genauen Längen- und Breitengradangaben sowie die Höhe dieses geographischen Punktes zu lesen sind. Diese Angaben stammen von dem zuvor ermittelten kongruenten Standpunkt bei Google Earth, von welchem er die virtuelle Horizontlinie der 3D-Google-Earht-Oberfläche nimmt und auf den realen Standort in Poggenhagen projiziert. Die Projektion dieser Horizontlinie wird mit weißer Farbe auf die Baumstämme des umgebenden Waldes gemalt. Sie ist nur von dem einen exakten geographischen Punkt aus sichtbar und verschwimmt immer mehr zu einem chaotischen Strichmuster, je weiter man sich davon entfernt.

Mit der Arbeit Google Earth wird das Unsichtbare sichtbar gemacht. Die virtuelle 3D-Welt dient als mediale Erweiterung für die Dinge, die wir so nicht sehen können. Vielleicht stimmen virtuelle Projektion und materielle Wirklichkeit nicht überein. Eine Überprüfung ist an diesem Standort nicht möglich, weil er im Umkreis von 360 Grad komplett bewaldet ist.