Die folgenden drei Loops arbeiten mit Bildeffekten die durch Phasenverschiebung entstehen. Dabei treten die rhythmischen Bildstrukturen des Loops mit der Bildfrequenz (25 Bilder/Sekunde) des Videos in Interferenz und lassen spezielle Flimmereffekte entstehen oder bewirken den Eindruck, dass Teile der Szene rückwärts laufen.
Indem sich die Loops durch ihre Bildstruktur auf die Funktionsweise von Video und Film beziehen, existiert eine Selbstreferenzialität auf das Medium einerseits und andererseits auf das Gestaltungsprinzip des Loops an sich. Was wir sehen ist also einen Loop in der Bildstruktur innerhalb eines Loops.
wein phase Loop, DV-Video, Südfrankreich, Mai 2007
Beim Vorbeifahren an einem Weinfeld mit 75 km/h bildet die Struktur von aufgereihten Weinstöcken eine Phasenverschiebung zur Bildfrequenz des Videos bei 12,5 Bildern/Sekunde. Dabei entsteht der merkwürdige Effekt, dass sich der Fordergrund, das Weinfeld, mit der Fahrtrichtung und der Hintergrund ganz normal ihr entgegengesetzt bewegt. Es entsteht also eine gegenläufige Bewegung zwischen Fordergrund und Hintergrund, was unvermeidlich Irritationen verursacht.
baum phase Loop, DV-Video, Poebene, Mai 2007
Die Fahrt vorbei an in Reihe gepflanzten Bäumen, erzeugt bei längerem hinschauen einen hypnotisierenden Sog der unentwegt auf den Betrachter zuströmt. Durch die Überschneidung der einzelnen Baumreihen zueinander entsteht ein Interferenzbild welches sich mit der Taktfrequenz des Videos von 25 Bilden/Sekunde überschneidet.
acker phase Loop, DV-Video, Poebene, Mai 2007
Passiert man ein in Längs- und Querrillen frisch gepflügtes Feld mit ca. 110 km/h entsteht aus dieser Bildgliederung ein Flimmereffekt, der an Strukturen aus Animationsfilmen erinnert, was der Szene eine unrealen Charakter verleiht. Der irreale Moment wird verstärkt, wenn man bemerkt, dass trotz anhaltender Fahrt, ein kleines weißes Haus im Hintergrund seinen Standpunkt in der Bildmitte beibehält...