STREAM
Stahlbetonblatte, Edelstahlprofiele verschweißt, farbig lackiert, 4,3 x 6 x 2 Meter
Zuschlag und Realisierung nach Kunst am Bau - Wettbewerb, Zentrum für Menbrantechnologie, Forschungszentrum Jülich, 2016

"Der Raum ist die Ordnung der zur gleichen Zeit existierenden Dinge, die Zeit die Ordnung ihrer kontinuierlichen Veränderungen.«               
                                                                                                                    Gottfried Wilhelm Leibniz

Ausgehend von den Forschungsinhalten des Zentrums für Membrantechnologie, die sich im Kern mit keramischen Gastrennmembranen für energieeffiziente Prozesse beschäftigen, stellt der Kunst-am-Bau-Entwurf mit dem Titel STREAM ein auf diese Forschungsprozesse reduziertes Abbild dar.
Als zentraler Bestandteil der künstlerischen Arbeit, steht eine über 4 Meter hohe Sichtbetonplatte mit rasterförmig angeordneten Öffnungen, exemplarisch für verschiedene Materialien oder technische Membranen, die in der Entwicklungsarbeit des Membrantechnologiezentrum eine Schlüsselrolle spielen. Beton als Ausführungsmaterial verfügt in seinem Aufbau und seiner Haptik über Analogien, zu diesen keramischen Verbundwerkstoffen.
Im oberen Bereich der Betonplatte formiert sich eine 6 Meter lange Wolke aus runden blau und rot lackierten Edelstahlrundstäben, die mit ihrer dynamisch geschwungenen Form durch die Öffnungen der Platte zu strömen scheint. Dabei bildet sich die Wolke aus unzähligen aneinander geketteten 30 cm langen Einzelmodulen, roter und blauer Rundstäbe, mit zwei verschiedenen Durchmessern. Die in ihrer Form zweifach abgewinkelten Rundstäbe geben die Bewegung eines hypothetischen Moleküls im Raum, in einem bestimmten Zeitabschnitt wieder. Mit der hundertfachen Vervielfältigung dieser Einzelmodule und deren Aneinanderkettung zu einer Wolke, wird eine Korrespondenz zu einem sich aus Molekülen zusammengesetzten Gas oder Gasgemisch hergestellt, welches sich in einer bestimmten Form zu der es abgrenzenden Membran verhält.

Die Sonne - Verbindung zu Welt, Ort und Zeit

Unterhalb der Wolke bildet sich auf der Betonplatte mit dem Verlauf der Sonne der sich stetig verändernde Schatten der verzweigten Edelstahlrundstäbe ab. Innerhalb dieser sind Fragmente chemischer Zeichen und Formeln eingearbeitet, die zu bestimmten Tages- und Jahreszeiten als Schatten auf beiden Flächen der Sichtbetonplatte sichtbar werden. Hier erscheinen über das Jahr verteilt verschiedene Schatten, die sich zeitlich überlagern oder in Ihrer Abfolgen aneinanderreihen.